Man hört oft, dass die Menschen im Mittelalter noch davon ausgingen, die Erde sei eine Scheibe. Dies ist jedoch falsch und wurde schon in den 1990er Jahren widerlegt: den damals publizierten Studien nach ging schon seit dem dritten Jahrhundert vor Christus kein halbwegs gebildeter Mensch mehr von einer flachen Erde aus. Vielmehr bestand eine Diskussion darüber, ob Erde (Geozentrik) oder Sonne (Heliozentrik) Mittelpunkt des Universums bildeten, was heute leider oft mit der Scheibe vs. Kugel-Thematik verwechselt wird.

 

Die vor allem bildhafte Vorstellung der Erde als Scheibe hat einen mythologischen Ursprung in der Geschichte vieler Völker. Demnach hat ein Schöpfergott einen Urozean geschaffen, aus dem dann das Land wuchs. Über der Erde entspannt sich  ein Weltenberg, der bis zum „Himmelsdach“ hinaufreicht. Diese Vorstellung zieht sich durch Völker aus allen Regionen der Erde, von Asien bis nach Mesopotamien.

 

Jedoch waren schon im altertümlichen Griechenland Ideen von einer kugelförmigen Erde verbreitet. Vor allem Pythagoras hat diese Ansicht früh vertreten (vor allem aus Gründen der Ästhetik) und daraus auch auf kugelförmige Sterne und Monde geschlossen. Sowohl Platon als auch Aristoteles hielten die Kugelform für die einzig plausible, unter anderem aus den folgenden Gründen:

 

  • wenn Schiffe am Horizont verschwinden, sieht man ihre Segel am längsten
  • Sternbilder erscheinen in südlicheren Ländern höher
  • der Auftretende Erdschatten bei einer Mondfinsternis ist rund

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